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Weingutsbesuch
Weingutsbesuch Château de Birot
Eine höchst erfreuliche Entwicklung durchläuft in neuester Zeit die Weinmetropole Bordeaux, die sich inzwischen fast zu einer Modedestination gewandelt hat. Es wurde kräftig in die Infrastruktur investiert, die Boulevards und Plätze erstrahlen in neuem Gl
Eine höchst erfreuliche Entwicklung durchläuft in neuester Zeit die Weinmetropole Bordeaux, die sich inzwischen fast zu einer Modedestination gewandelt hat. Es wurde kräftig in die Infrastruktur investiert, die Boulevards und Plätze erstrahlen in neuem Glanz und auch gastronomisch gibt es viel zu entdecken. Ein Grund für den Boom ist sicher die neue TGV-Verbindung Paris–Bordeaux. Nun kann Frankreichs berühmteste Weinregion in nur zwei Stunden von der Hauptstadt aus bequem erreicht werden. So hat sich die Zahl der Touristen innerhalb von wenigen Jahren vervierfacht und die Gironde scheint inzwischen von Besuchern aus aller Welt geradezu heimgesucht zu werden. Nach einem kurzweiligen Abend in der Altstadt von Bordeaux machen wir uns am nächsten Tag auf den Weg nach Château de Birot in der Nähe von Saint-Émilion. Die Domäne ist kein Cru Classé sondern ein sogenanntes ‹petit château›, das es aber in sich hat. Die Grundlage für die heutige Qualität seiner Erzeugnisse setzte Eric Fournier, der ehemalige Eigentümer des Premier Cru Château Canon. Mit viel Geduld und Sachverstand formte er Birot zu einem wahren Kleinod. Seit einigen Jahren wird der Betrieb von seinem Sohn Arthur geführt, der nicht nur ein kompetenter Önologe, son- dern auch ein grossartiger Verkoster ist. Obwohl das Weingut 2015 von einer chinesischen Hotelgruppe übernommen worden ist, kann Arthur es nach seinen Vorstellungen weiterführen. «Der neue Eigentümer ist glücklicherweise ausgesprochen weininteressiert», erklärt er. «Er fühlt sich auf Birot sehr wohl und verbringt im Sommer viel Zeit hier. Dank seinen Investitionen haben wir die Qualität der Weine in den letzten Jahren sogar weiter steigern können. Das einzige Problem ist, dass drei Viertel der Weine nach China expor- tiert werden und ich schauen muss, meine angestammten Kunden mit ausreichenden Mengen zu beliefern.» Im Keller degustieren wir den Jahrgang 2011, der aktuell zum Verkauf steht. «Aufgrund der klassischen Vinifikation benötigt Birot grundsätzlich genügend Reife, bis er sich öffnet», erklärt Arthur bei der Verkostung. «Je mehr Zeit man ihm zur Entwicklung lässt, desto mehr gewinnt er an Fülle und Komplexität.» Wir pflichten ihm gerne bei: Der Wein präsentiert sich jetzt wunderschön, mit einer klassischen, unaufdringlichen Eleganz. Wer behauptet, Bordeaux sei teuer, sollte sich den Château de Birot 2011 zu Gemüte führen. Es ist ein exzellenter Alltagswein, den wir dank des vorteilhaften Eurokurses sogar noch etwas preiswerter als im vergangenen Jahr anbieten können. zum PDFzum Video