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Weingutsbesuch
Weingutsbesuch Château de Chambert
Lin Liu erzählt: «Mein Mann Philippe wuchs in Paris auf und war ein erfolgreicher Programmierer. Als er in die Midlife-Crisis geriet, kaufte er sich 2007 das im Cahors gelegene Château de Chambert.
Lin Liu erzählt: «Mein Mann Philippe wuchs in Paris auf und war ein erfolgreicher Programmierer. Als er in die Midlife-Crisis geriet, kaufte er sich 2007 das im Cahors gelegene Château de Chambert. Dieser malerische Landstrich spielte schon immer eine grosse Rolle in seinem Leben, da seine Eltern in der Gegend ein Haus besassen und er hier seit seiner Kindheit die Ferien verbrachte. Château de Chambert kann auf eine gut 1000jährige Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1854 verfügte das Anwesen über beinahe 400 Hektar Reben. Zu diesem Zeitpunkt exportierte Chambert bereits weltweit, sogar nach Amerika und Russland, doch auch die Bordelaiser verstärkten ihre Weine sehr gerne mit unseren kräftigen Gewächsen. Mehltau und Reblaus führten dann zum Niedergang des florierenden Anbaugebiets. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich der Weinbau in Cahors wieder langsam zu erholen.»
Lins Mann Philippe begann schon früh nach dem Erwerb des Weinguts damit, den gesamten Anbau auf eine naturnahe Bewirtschaftung umzustellen. Seit 2009 ist der Betrieb bio-zertifiziert, 2012 erhielt Chambert die Demeter-Zertifizierung. Ein Grossteil der mehrheitlich 1974 neu bepflanzten Rebberge befindet sich auf einem Kalksteinplateau. Das bewirkt eine gute Durchlüftung der Weingärten, verhindert Fäulnis und sorgt für grosse Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die teilweise 20 Grad betragen.
Lin selektionierte einen besonderen Wein für uns. Sie erklärt: «2020 war, ob du es glaubst oder nicht, lieber Philipp, eines der besten Jahre in Cahors seit langer Zeit. Die Qualität ist schlicht superb. Bei der Vinifikation versuchen wir möglichst wenig einzugreifen, am besten ist es, der Wein macht sich mehr oder weniger von selbst. Wir verwenden deshalb für die Vergärung auch nur die natürlichen Hefen. Meine Cuvée habe ich so vinifiziert, dass der Wein bereits jung in seiner Fruchtphase genossen werden kann. Aus diesem Grund wurde mein Cahors bewusst ganz ohne Holz ausgebaut – es ist schlicht nicht notwendig. Dadurch ist der Wein bereits so früh zugänglich. Er ist geschmacksintensiv, und es dominieren fruchtige, tiefgründige Aromen von dunklen Beeren.»
Während der Primeurs-Verkostungen in Bordeaux geniessen wir gemeinsam mit Lin zu einem Confit de canard ihren prächtigen Malbec, den wir eine Stunde vor Genuss dekantiert haben. Das herzhafte, rustikale Gericht und Lins aromatische Cuvée harmonieren vorzüglich und lassen die unberührte Landschaft des legendären Cahors förmlich vor uns auferstehen.